Das stationäre Setting: Die Wohngruppe als therapeutischer Lebensraum

Betreuungsfaktor

1:1,38

Unsere Wohngruppe in Warstein bietet Platz für 9 Kinder und Jugendliche und ist als heilpädagogisches Angebot konzipiert. Wir nutzen den strukturierten Alltag als primäres Lernfeld, um Verhaltensauffälligkeiten (insbes. ICD-10 F90–F98) gezielt zu begegnen.

  • Differenzierte Infrastruktur: Jedes Kind verfügt über ein Einzelzimmer mit eigenem Bad. Dies dient nicht nur dem Komfort, sondern ist zentraler Bestandteil unseres Konzepts zur Förderung von Selbstverantwortung und zur Wahrung der Schutzzonen.
  • Methodik im Alltag: Wir arbeiten mit klaren Tagesstrukturen, die durch individuelle Förderpläne ergänzt werden. Die pädagogische Arbeit ist ressourcenorientiert und nutzt systemische Ansätze, um die Kinder zur Selbstregulation zu befähigen.
  • Fachkräfte-Schlüssel: Die Betreuung erfolgt durch ein multiprofessionelles Team, das durch regelmäßige Supervision und Fortbildungen (u.a. Traumapädagogik, Deeskalation) eine hohe Betreuungsqualität garantiert. (Betreuungsschlüssel: 1:1,38)
  • Anbindung: Die unmittelbare Nähe zum Elterncoaching-Bereich (Jugendamt – Elterncoaching) und der Familienwohnung (Jugendamt – Familienwohnung) ermöglicht eine nahtlose Verzahnung der Arbeit mit dem Kind und dem Herkunftssystem.

Pädagogische Tagesstruktur

Unsere Tagesstruktur an Schultagen ist darauf ausgerichtet, Autonomie zu fördern und gleichzeitig notwendige Haltepunkte zu bieten.

  • Ressourcenorientierter Vormittag: Gemeinsame Morgenroutine zur Förderung der Alltagskompetenzen.
  • Schulische Förderung: Zwischen 13:00 und 15:00 Uhr liegt der Fokus auf der Hausaufgabenbegleitung. Ein Zeitfenster für Ruhepausen (ab 14:00 Uhr) ermöglicht individuelle Entlastung nach kognitiver Anspannung.
  • Freizeitpädagogik: Die Kernzeit von 15:00 bis 17:00 Uhr wird für gezielte Angebote, Gruppenaktivitäten und die Förderung individueller Bedarfe genutzt.
  • Selbstorganisation: Die Ruhezeit vor dem Abendessen dient der Einübung lebenspraktischer Fertigkeiten (Hygiene, Zimmerordnung) und der Selbstregulation.
  • Reflexion & Ausklang: Die tägliche Reflexionsrunde nach dem Abendessen dient der Aufarbeitung des Tagesgeschehens und der Förderung der Sozialkompetenz. Die Mediennutzung wird altersgerecht begleitet und zeitlich begrenzt.

An schulfreien Tagen verfolgen wir ein dezidiertes Konzept zur Förderung der Selbstregulation und lebenspraktischer Fertigkeiten.

  • Medienkompetenz: Wir arbeiten mit festen Zeitfenstern für die Mediennutzung. Die obligatorische Abgabe um 12:00 Uhr dient der Prävention von exzessivem Konsum und fördert die Umstellung auf reale Interaktionsangebote.
  • Milieutherapeutische Elemente: Die „Zimmerzeit“ (17:00–18:00 Uhr) dient der Einübung hauswirtschaftlicher Grundfertigkeiten und der persönlichen Hygiene-Routine.
  • Reflexion & Verstärkung: Das Instrument des Smileyplans dient der täglichen Verhaltensreflexion und der positiven Verstärkung individueller Entwicklungsziele.
  • Hauswirtschaftliche Partizipation: Die gemeinsame Küchenreinigung ab 18:30 Uhr fördert das Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft und trainiert alltagspraktische Abläufe.
  • Altersdifferenzierung: Die Abendgestaltung und die Ruhephasen sind individuell auf den Entwicklungsstand und das Alter der Kinder und